Salzburger Festspiele 2018

ORF 1

14.-18.8. 2018 um 19.30-22.00 Uhr

Janusköpfe ragen in den Himmel

Bild auf ORF1 von Luigi Caputo

Das große Thema der Salzburger Festspiele

Die große Liebe, Liebe bis zur Verzweiflung, Liebe bis in den Tod, Liebe als Passion; aus Liebe leiden, blind vor Liebe sein, aus Liebe töten; Erotik der Macht, Eros und Ekstase, Liebe bis zur Raserei – dem heurigen Festspielprogramm ist keine Ausprägungen der Liebe fremd. Es sieht so aus, als ob die Formen der Liebe so vielfältig wären, wie das Wesen der Menschen eben ist.

Einige Sendungen sind schon gelaufen aber die Festspiele gehen noch bis zum 30. August. Hier ein Hinweis auf eine Oper, die Musikalisches mit Literarischem verbindet:

Der Prozess

Die vierte Oper, die in Ö1 zu hören sein wird, ist Gottfried von Einems bereits 1953 bei den Festspielen uraufgeführtes Werk „Der Prozess“ (live in Ö1 am 14.8.) – mit dem RSO Wien unter HK Gruber, in der Titelpartie Michael Laurenz als Josef K. Die berühmte literarische Vorlage von Franz Kafka wird noch einmal durch von Einems Vertonung verdichtet.

Gottfried von Einem hatte selbst kafkaeske Erlebnisse. Seine Freundschaft mit Bert Brecht und sein Engagement dafür, dem von den Nazis verfolgten, aus den USA wegen „unamerikanischer“ – weil kommunistischer – Umtriebe ausgewiesenen, staatenlosen Dichter 1950 zu einem österreichischen Pass zu verhelfen, hatten zur Folge, dass er aus dem Festspieldirektorium hinausflog.

Zeit mit Beat Furrer

Neben Galina Ustwolskaja bildet das Werk des in Österreich lebenden Schweizer Komponisten Beat Furrer einen weiteren Schwerpunkt. Der Komponist wird unter anderem Ausschnitte aus seinem „Wüstenbuch“ nach Ingeborg Bachmann dirigieren, Isabel Karajan Bachmann-Texte rezitieren (Ö1 am 14.8.). Das Österreichische Ensemble für Neue Musik unter Franck Ollu bringt Furrers „… cold and calm and moving“ und schafft eine musikalische Begegnung mit Werken des im Vorjahr 92-jährig verstorbenen Komponisten Klaus Huber (Ö1 am 13.8.).

Mozart-Matineen

Zwei Mozart-Matineen mit dem Mozarteumorchester und Werken von W. A. Mozart, die dritte mit seinem Ersten Gastdirigenten Giovanni Antonini sowie Vilde Frang und Lawrence Power als Solisten (Ö1 am 12.8.) und die vierte Matinee mit seinem Ehrendirigenten Ivor Bolton und dem jungen Pianisten Francesco Piemontesi (Ö1 am 19.8.) werden – schon ganz Tradition – live übertragen.

Die Camerata Salzburg wird unter ihrem Ehrendirigenten Sir Roger Norrington Richard Wagner und Arnold Schönberg musizieren, Elisabeth Kulman ist die Interpretin der „Wesendock“-Lieder in der Fassung von H. W. Henze aus dem Jahr 1976 (Ö1 am 16.8.).

Kammermusikalische Perlen

Kammermusik vom Feinsten bringen Ensembles in verschiedenster Formation: der Bratschist Antoine Tamestit Solo (J. S. Bach und B. A. Zimmermann) und das Belcea Quartet mit Bartóks sechstem Streichquartett und dem Streichquintett Nr. 2 op. 111 von Johannes Brahms (Ö1 am 17.8.). Daniil Trifonov musiziert zusammen mit Renaud Capuçon und Clemens Hagen Sonaten von Debussy und Franck sowie das Klaviertrio von Tschaikowsky (Ö1 am 24.8.).

Mitglieder der Wiener Philharmoniker um Konzertmeisterin Albena Danailova spielen Hugo Wolf zu viert, Dvorak zu fünft und Tschaikowskys Streichsextett „Souvenir de Florence“ (Ö1 am 13.9.).

Berliner und Wiener Philharmoniker

Im Zyklus der Wiener Philharmoniker übertragen wir Riccardo Muti am 15. August live (Schuberts Messe D 950, Schumanns zweite Symphonie) und Franz Welser-Möst mit Opernausschnitten aus Wagners „Ring“ und Henzes „Tristan“-Préludes mit Tastenstar Igor Levit (Ö1 am 31.8.).

Das Debüt Kirill Petrenkos bei den Festspielen als neuer Chef der Berliner Philharmoniker bildet ein weiteres Highlight. Auf dem Programm stehen Beethovens siebte Symphonie und Richard Strauss’ Hommage an einen der größten Frauenhelden aller Zeiten, die symphonische Dichtung „Don Juan“ (Ö1 am 9.9.).

Remonno

Theologe, Lektor, Gemeindepädagoge

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